Jeden interessiert und betrifft, was gerade im Iran und im gesamten nahen Osten passiert.
Jeder macht sich seine eigene Gedanken und bildet sich eine (seine Meinung). Wobei die Gemengelage so komplex ist, dass nur wenige Menschen sich eine wirkliche Meinung bilden können und auch sollten.
Was hat das mit Pflege zu tun?
Ich bin nicht jeder…mich interessieren die Auswirkungen auf die Pflege heute und morgen besonders im Kontext der zukünftigen wirtschaftlichen Realisierbarkeit von Pflege.
Fragen wie: Wie lange wird Pflege so noch finanzierbar bleiben? Was müsste sich ändern, damit Pflege bezahlbar bleibt? Was wären Sofort- und Krisenmaßnahmen?
Reformen sind nicht genug
Nun ja, Reformen und Reförmchen werden da wohl nicht mehr genügen. Es braucht etwas wirklich Neues!
Aber lassen Sie uns Stück für Stück analysieren. Der Nahe Osten ist zwar weit weg und wir könnten versucht sein es zu ignorieren, jedoch, dass wäre ein großer Fehler.
Alles was im Nahen Osten für von Haupinteresse zu sein scheint, sind die Rohstoffe, die uns den Wohlstand durch Ökonomie sichern. Viel von unserem Öl und Gas kommt aus dieser Region. Das meiste davon wird durch die Straßen von Hormuz transportiert. Ja, die Straße, die gerade gesperrt worden ist. Ein weiterer Fakt ist, dass die größten Ölraffinerien u.a. in Saudi-Arabien geschlossen worden.
Mehr als 2€ für Benzin
Gleich wie wir es sehen, für uns wird es massive Auswirkungen haben. Treibstoffpreise werden wahrscheinlich samt sondern die 2€-2,50€ Marke überschreiten. Energiekosten werden auf über 300€ pro MWh steigen. Das hat mittelbare und unmittelbare Auswirkungen auf die Preise und die Inflation. In diesem Zusammenhang dann auf die Zinsen, die steigen in der Folge dessen spürbar an.
Pflege wird vergessen
Das Dilemma ist, dass die Entscheider in den Ministerien zuschauen und nicht reagieren werden. Wieder wird es keine Sofortkompensation für explodierenden Sprit- und Energiepreise geben (Mehrwertsteuer, Energiesteuer senken). Nichts von all diesen Erhöhung wird berücksichtigt bzw. wirklich refinanziert. Im Gegenteil, Pflegekassen verweigern Verhandlungen, passiert gerade bei der AOK NordWest im Kreis Höxter. Da wird nach Monaten ein nicht kostendeckendes Angebot ohne Verhandlungen und unter Missachtung der Gesetzeslage, vorgelegt ohne Gesprächsbereitschaft. Identisch ist es mit der Knappschaft im Kreis Recklinghausen.
Marge sinkt auf 0%
Gewinn und Unternehmerlohn gehen in Richtung der 0% Marke. Das Investoren mehr und mehr die Lust am investieren verlieren, gilt es eigentlich zu verhindern.
Deutschland einem Hochrisikozone
Die Decarbonisierung und der Ausstieg aus günstiger Energie, haben unser Land in eine Ausgangslage gebracht, den Krieg im nahen und mittleren Osten nicht unbeschadet zu überstehen. Schon heute und ohne diesen Krieg werden monatlich ca. 10.000 hochbezahlte (hochbesteuerte) Industrie-Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut. Mit dem was jetzt kommt, werden es wahrscheinlich deutlich mehr. Denn spätestens jetzt ist Deutschland und damit Europa zu einer wirtschaftlichen Hochrisikozone geworden.
Was wäre jetzt wichtig?
- Wenn schon Planwirtschaft in der Pflegefinanzierung, dann richtig. Einheitlichkeit in der Vergütung. Gleiche Pflegesätze und Sachkosten einheitlich für alle festlegen. Pflegesatzverhandlungen sofort abschaffen. Wieso hat jeder Pflegedienst in einer Stadt unterschiedliche Fahrtkosten? Dieses Theater muss ein Ende haben.
- Pflegeversicherung in vollsteuerfinanzierte Pflegefinanzierung umwandeln.
- Pflegebedürftigkeitsbegriff sofort neu und deutlich enger definieren und Pflegegrad 1 und vielleicht auch 2 abschaffen.
- Vollstationäre Pflege nur noch auf Minimalversorgung reduzieren. Spiel und Spaß und damit die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist die Aufgabe der Gesellschaft/Familie und nicht des Staates (Steuer).
- Sofort alternative Versorgungsformen so fördern, dass Sie deutlich günstiger sind als der Durchschnitt der heutigen vollstationären Versorgung. Mit deutlich günstiger meine ich mehr als 10%. 50% sind eher dienlich. Setzt deutlich weniger Regulierung und mehr optionale Möglichkeiten voraus!
- CO2 Abgabe stoppen und streichen
- ….
Persönliche Einschätzung:
Wenn es um schnell und entschlossen geht, dann können wir nur auf Trump hoffen und das er die Öl- und Gaslieferungen schnell wieder möglich macht und unser Land keine zu großen irreversieblen Schaden nimmt, ist doch unsere wirkliche Handlungsfähigkeit sehr stark eingeschränkt bzw. nicht mehr fähig…Die Welt wird gerade neu aufgeteilt und wir sollten endlich schleunigst die richtigen Entscheidungen treffen!
Ihr David Thiele