You are currently viewing News -konkret: Generation Z: Pflegeausbildung in Frage gestellt-

News -konkret: Generation Z: Pflegeausbildung in Frage gestellt-

46% der Pflegeschüler brechen die Ausbildung ab! 46%! Zumindest in NRW. In Hessen sieht es nicht besser aus…

Diese Schlagzeile ging durch die Presselandschaft und beunruhigt nicht nur mich sondern viele Menschen in unserer Gesellschaft. Nur, noch zu wenige um wirklich etwas zu verändern.

So lesen wir in der Ärztezeitung im Dezember:

Die hohe Abbrecherquote in der Pflegeausbildung in Nordrhein-Westfalen bereitet dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Sorgen: Fast jeder Zweite (46 Prozent) hat laut bpa die Ausbildung abgebrochen. Die hohe Zahl führt der Verband auf die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung zurück.

ÄrzteZeitung 18.12.2023

War die Generalistik ein Fehler?

Zumindest werden viele junge Menschen von der Ausbildung abgeschreckt, die sich vorher gezielt nur für die Altenpflege entschieden hätten. Sie, die Altenpflege, stellte schon ein Stückweit eine Nische dar. Eine Nische für die Menschen, denen eine Krankenpflegeausbildung zu medizinisch, komplex oder auch anspruchsvoll gewesen wäre.

Die Menschen, die es doch versuchen, finden sich in dem aktuellen System offensichtlich weder abgeholt, noch aufgehoben. Das lassen die nahezu 50% Abbrecher durch aus an Interpretation zu. Eine der möglichen Ursachen liegt sicher in der antiquierten Art Pflege zu denken, fühlen und zu lehren. Da ist nichts dabei, wo junge Menschen der Generation Z sich wiederfinden würden.

Auch die meisten der Ausbildungsbetriebe haben keine Antworten auf die Bedürfnisse der Generation Z. Von Generation Alpha reden wir hier überhaupt noch nicht.

Es treffen antiquierte Systeme auf völlig neue Generationen. Ich nenne das den „Gerationenclush“.

Mögliche Lösungen:

  • Ersthaft und bewusst zuhören was Generation Z zu sagen hat
  • System auf die Bedürfnisse der Generation Z anpassen, nicht versuchen die Generation Z in das System zu pressen.
  • Führungskräfte gezielt schulen, trainieren und coachen, der Fisch stinkt vom Kopfe…
  • Konsequente und vollständige Digitalisierung in transformierter Form in der gesamten Ausbildung. Die dafür anfallenden Kosten müssen in die Fördermöglichkeiten des SGB XI integriert werden und zwar vollständig und nicht nur bis zu 40% und nicht mehr als 12.000€, ein Schandpfahl für die Pflege.

Das wäre ein Anfang, denn Konfrontation, Dickköpfigkeit und Starrsinn bringen uns genauso wenig weiter, wie unprofessionelle Politik durch ungelernte Kräfte. Die Vertreter der Generation Z sind länger da, haben definitiv den längeren Atem. Wir sollten zuhören, jetzt!

Ihr David Thiele

Schreibe einen Kommentar